Paranoya-Fest 2025 is finally canceled

(German Version below)

Here we are now…. Most of the bands have canceled and so we are unfortunately forced to cancel the Paranoya Festival 2025. As we explained in our last post, we did NOT want to deny ANYONE the right to take the stage and show solidarity with the people suffering from war in Palestine.
We have met personally with a few bands in the past weeks to talk about the accusations made against Paranoya. It turned out that bands, as well as individuals (regardless of their own opinion), were written to and pressured or blackmailed by people on Instagram or via Email. Bands were told that they would no longer be given the opportunity to play in other parts of Europe if they played at our festival. Individuals were told that it would be better to distance themselves from the festival…
This corresponds to our perception that a shitstorm was started on social media against the Paranoya Festival without actually dealing with our position/argumentation.
We have largely stayed out of this “debate” as we have never used social media as a means of communication, especially in relation to the companies behind it, and it is also not the right place for us to discuss such sensitive issues.
However, we understand that bands and people are afraid of becoming victims of such a campaign and have to stop doing what they love doing most, namely playing music at self-organized festivals or organizing them.
But we can’t hide the fact that we are very disappointed about how all this has gone. We would like to apologize to all the bands and people who have been victims of this shitstorm. Nevertheless, we would like to make it clear that several boundaries have been crossed and that this type of “exchange” is in no way about discourse.
We have invested a lot of time, money, passion and work in recent years because we love organizing the Paranoya Festival and D.I.Y. concerts and interacting with bands and visitors from different countries. We have hosted hundreds of bands over the last 15 years, which has led to many personal relationships and friendships. That’s why it’s all the more difficult for us to realize that we’ve hardly received any queries or even support. It has shaken and destroyed our trust in the D.I.Y. punk scene to a large extent when a single internet post taken out of context cuts friendships and relationships that
have developed over almost two decades and all the work of the last few years is called into question.
We would like to emphasize once again that we never wanted to forbid anyone from showing solidarity with the Palestinian people, who are suffering from this senseless war that is getting worse and worse by the day. Nor did we want to forbid any band from expressing their opinion on this subject at any time.
Unfortunately, canceling or boycotting the Paranoya Festival will not help a single person in Palestine.
However, the cancellation of Paranoya will not help the D.I.Y. punk scene and the subcultural activities in our region, where an extreme right-wing party is becoming stronger and stronger, and more and more young people are beginning to radicalize themselves in a racist, neo-nationalist, homophobic, trans- and queer-hostile way, and physical and verbal violence against people who do not correspond to their world view is unfortunately still part of everyday life and is increasing.

In addition to all this, we try as best we can to create a counterpoint and alternative places, especially in the east part of Germany, to play them and keep them alive. We try to offer a safe space to all those who need it in these increasingly harsh times, even if it’s only for an evening or a weekend.
Due to the cancellation of the festival, the support of other local, left-wing, anti-fascist projects through our donations, which we have generated and donated in recent years with the PARANOYA via the entrance and the cocktail bar (e.g. to support victims of fascist violence, ABC, Rosa e.V., Polylux e.V., etc.)
The last few weeks have been very exhausting and emotionally exhausting for us. We don’t know if and how things can possibly continue in the future, but we would like to thank all those who have stood by us and promised us their continued support.
Your Paranoya-Crew

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German Version

Paranoya-Fest 2025 ist abgesagt.

Hier sind wir nun…. Die meisten Bands haben abgesagt und so sind wir leider gezwungen, das Paranoya-Festival 2025 abzusagen. Wie wir bereits in unserem letzten Post erklärt haben, wollten wir NIEMANDEM das Recht absprechen, sich auf der Bühne zu positionieren und Solidarität mit den unter Krieg leidenden Menschen in Palästina zu zeigen.
Wir haben uns in den vergangenen Wochen persönlich mit einigen Bands getroffen, um über die Vorwürfe, die dem Paranoya gegenüber gemacht wurden, zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass Bands, sowie Einzelpersonen (unabhängig von ihrer eigenen Meinung) von Personen auf Instagram oder via E-Mail angeschrieben und unter Druck gesetzt bzw. erpresst wurden. Den Bands wurde klar gemacht, dass sie keine Gelegenheit mehr bekommen sollten, in anderen Teilen von Europa zu spielen, wenn sie auf unserem Festival auftreten. Einzelpersonen wurde klar gemacht, es wäre besser sich von dem Festival zu distanzieren. Dies entspricht unserer Wahrnehmung, dass in den sozialen Medien ein Shitstorm gegen das Paranoya-Festival gestartet wurde, ohne sich tatsächlich mit unserer Position/Argumentation auseinanderzusetzen.
Wir haben uns aus dieser “Debatte” weitgehend herausgehalten, da wir “Social-Media” nie als Kommunikationsmittel genutzt haben, besonders in Bezug auf die dahinterstehenden Firmen und es für uns ebenso nicht der richtige Ort für solch sensible Themen ist. Wir verstehen jedoch, dass Bands und Personen Angst haben, Opfer einer solchen Kampagne zu werden und aufhören müssen, das zu tun, was sie am liebsten tun, nämlich Musik auf selbstorganisierten Festivals zu spielen bzw. diese zu organisieren.
Wir können aber nicht verbergen, dass wir sehr enttäuscht darüber sind, wie all das gelaufen ist. Wir möchten uns bei allen Bands und Personen entschuldigen die Opfer dieses Shitstorms geworden sind.
Gleichwohl möchten wir deutlich machen, dass dabei mehrere Grenzen überschritten wurden und es
bei dieser Art des „Austauschs“ keinesfalls um einen Diskurs geht.

Wir haben in den letzten Jahren viel Zeit, Geld, Herzblut und Arbeit investiert, weil wir es lieben, das Paranoya-Festival und D.I.Y.-Konzerte zu veranstalten und mit Bands und Besucher*innen aus unterschiedlichen Ländern in Austausch zu kommen. Somit haben wir in den letzten 15 Jahren hunderte von Bands beherbergt, was zu vielen persönlichen Beziehungen und Freundschaften geführt hat. Gerade deshalb ist es für uns umso schwieriger festzustellen, dass wir kaum Rückfragen oder sogar Support bekommen haben. Es hat unser Vertrauen in die D.I.Y.-Punk-Szene in weiten Teilen
erschüttert und zerstört, wenn ein einziger aus dem Kontext gerissener Internet-Post Freundschaften und Beziehungen kappt, die sich über fast zwei Jahrzehnte entwickelt haben und die ganze Arbeit der letzten Jahre in Frage gestellt wird.
Wir möchten noch einmal betonen, dass wir zu keiner Zeit irgendwem verbieten wollten, sich solidarisch mit dem palästinensischen Volk zu zeigen, welches unter diesem sinnlosen und von Tag zu Tag immer schlimmer werdenden Krieg leidet. Genauso wenig wollten wir, zu keiner Zeit irgendeiner Band ihre Meinung zu diesem Thema verbieten.
Die Absage bzw. der Boykott des Paranoya-Festivals wird dabei aber leider keinem einzigen Menschen in Palästina helfen können.
Jedoch wird die Absage des Paranoyas die D.I.Y. Punk-Szene und die subkulturellen Aktivitäten in unserer Region minimieren, in der eine rechtsextreme Partei immer stärker wird, und immer mehr Jugendliche beginnen, sich in einer rassistischen, neo-nationalistischen, homophoben, trans-und queerfeindlichen Art und Weise zu radikalisieren, und körperliche sowie verbale Gewalt gegenüber Menschen, die nicht ihrem Weltbild entsprechen, leider noch immer Alltag sind und zunehmen.
Zu alledem versuchen wir, so gut es uns möglich ist, einen Gegenpol und alternative Orte, gerade im Osten von Deutschland, zu schaffen, zu bespielen und am Leben zu erhalten. Wir versuchen dabei all denen einen Safespace zu bieten, die diesen in gerade immer rauer werdenden Zeiten benötigen, wenn es auch nur für einen Abend oder ein Wochenende ist.
Durch die Absage des Festivals fällt nun leider auch die Unterstützung weiterer lokaler, linker, antifaschistischer Projekte durch unsere Spenden aus, welche wir in den letzten Jahren mit dem PARANOYA über den Einlass und die Cocktail-Bar generiert und gespendet haben (z.B. zur Unterstützung von Opfern faschistischer Gewalt, ABC, Rosa e.V., Polylux e.V., etc.).
Die letzten Wochen waren für uns sehr kräftezehrend und emotional anstrengend. Wir wissen nicht ob und wie es in der Zukunft möglicherweise weitergehen kann, möchten uns aber bei all denjenigen Bedanken, welche uns beigestanden und uns weiterhin ihre Unterstützung zugesagt haben.
Eure Paranoya-Crew